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Beeindruckt vom medizinischen Angebot

Die Notaufnahme eines Krankenhauses sucht man eigentlich eher ungern auf, denn in der Regel steht der Besuch in Zusammenhang mit einer ernsten Erkrankung. Ganz freiwillig und ohne Not haben sich trotzdem zahlreiche Mitglieder des Seniorenbeirats sowie Vertreter des Familien- und Inklusionsbeirats zusammen mit den Vorsitzenden des Krankenhausfördervereins „Mediroth“ in die Klinik Rothenburg begeben. Die Klinikleitung hatte zum Besuch eingeladen und die Möglichkeit eröffnet, Einblicke in die Arbeit der Klinik zu erhalten.

Unter der Führung des Ärztlichen Direktors, Chefarzt Dr. Mathias Kilian, startete die Gruppe in der überdachten Liegendeinfahrt, in der nicht selten fünf Krankenwagen gleichzeitig stehen. Dem Weg eines Notfallpatienten folgend, gelangte man in die unmittelbar anschließende Zentrale Notaufnahme. Dort stehen verschiedene hoch funktionell ausgestattete Untersuchungsräume zur Behandlung von Patienten bereit. Das Herzstück der Notaufnahme, der so genannte „Schockraum“, in dem schwerverletzte oder instabile Patienten erstversorgt werden, war gerade belegt und konnte deshalb nicht besichtigt werden.

„Wenn es um Sekunden geht, sind kurze Wege entscheidend“, berichtet Dr. Mathias Kilian, Chefarzt der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin. Deshalb liegen die Intensivstation und ein Not-Operationssaal, in dem auch bei Belegung aller Säle im Zentral-OP lebenserhaltende Eingriffe möglich sind, in unmittelbarer Nähe zur Notaufnahme. In der Röntgen-Abteilung nebenan steht ein Computertomograf (CT) immer auf „stand-by“, um zum Beispiel den Zustand von schwer verunfallten Patienten schnell erfassen und beurteilen zu können. „Wir sind auf dem besten Weg, die personellen Engpässe bei den MTRA durch die standortübergreifende Einstellung mehrerer in allen Techniken erfahrener Kollegen langfristig zu beseitigen. Dadurch wird der Einsatz wieder rund um die Uhr möglich“, erklärt Rainer Bühn, kaufmännischer Direktor der Klinik und Geschäftsführer der unternehmenseigenen MVZ ANregiomed GmbH. Modern eingerichtete Funktionsräume zur Durchführung zusätzlicher Untersuchungen wie Ultraschall, Echokardiografie und Endoskopie, wo Spiegelungen von Magen und Darm durchgeführt werden, sind auf derselben Ebene zu finden.

Nächste Station des Rundgangs war die Kardiologische Abteilung, in der PD Dr. Christian Wacker einen Einblick in die beiden hochmodern ausgestatteten Herzkatheterlabore gab. „Bei einem akuten Herzinfarkt können wir hier verschlossene Herzkranzgefäße wieder aufdehnen und die Engstelle durch Einlage kleiner Röhrchen aus Metallgeflecht, so genannter Stents, wieder dauerhaft offen halten“, so der Chefarzt der Kardiologie. Erleichtert konnte er der Besuchergruppe mitteilen, dass die seit Februar dauernde Lücke, die durch die Kündigung mehrerer Fachärzte entstanden war, durch die Einstellung von zwei kardiologischen Fachärzten bald überwunden scheint. „Mit modernster Technik können wir besonders gefährdete Herz-Patienten auch über den stationären Aufenthalt hinaus zu ihrer Sicherheit weiter überwachen“, so der Herzspezialist. Es ist sogar möglich, implantierte Herzschrittmacher und Defibrillatoren über das Internet von der Klinik aus beim Patienten zuhause zu überprüfen. Gerade für ältere und wenig mobile sowie schwerkranke Risikopatienten ist das ein entscheidender Vorteil. Der übliche „Schrittmacher-TÜV“ in der Klinik muss dann nur noch in längeren Intervallen durchgeführt werden.

Aufgrund der besonderen Spezialisierung der Abteilung auf Patienten mit Herzschwäche erhielt die Klinik vor kurzem die Zertifizierung als Herzinsuffizienz-Schwerpunktklinik. Sehr positiv anerkannt wurde bei der Bewertung unter anderem die seit drei Jahren bestehende Kooperation mit dem Berliner Medizintechnik-Unternehmen Biotronik. „Wir haben gemeinsam eine IT-gestützte Versorgungslösung für herzinsuffiziente Patienten entwickelt“, so PD Dr. Wacker. „Unser Ziel auf lange Sicht ist es, alle herzinsuffizienten Patienten im Einzugsgebiet zu erfassen.“ Pflegekräfte wurden im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz in Würzburg besonders geschult, um diese Patienten auch nach der stationären Behandlung durch telefonische Kontakte weiter zu überwachen. Damit kann eine erneute Verschlechterung der Herzleistung frühzeitig erkannt und zusammen mit dem niedergelassenen Kardiologen sofort therapiert werden. Ein weiterer stationärer Aufenthalt kann so manchmal vermieden werden. „Mehrere Universitätskliniken sind von dieser Neuentwicklung sehr beeindruckt und haben bereits Interesse gezeigt, sie zu übernehmen“, verrät PD Dr. Wacker.

Im Anschluss an die Führung gaben der Ärztliche Direktor Dr. Mathias Kilian und der Kaufmännische Direktor Rainer Bühn der Besuchergruppe noch ausführlich Gelegenheit, Fragen zu stellen und zu diskutieren. Nicht nur einmal betonten sie die hohe Motivation von Ärzten und Pflegepersonal sowie die hervorragende Zusammenarbeit in der Klinik. „Das gute Betriebsklima ist auch förderlich für die Gewinnung neuer Mitarbeiter“, so Dr. Kilian.

„Die Teilnehmer waren sehr beeindruckt vom umfangreichen medizinischen Angebot an der Klinik Rothenburg. Wir konnten die Sicherheit mitnehmen, bei einem eigenen Notfall hier gut aufgehoben zu sein“, betonte Dr. Rainer Hoffmann. Der Vorsitzende des Seniorenbeirats dankte den teilnehmenden Ärzten und den Vertretern der Klinikleitung herzlich und schloss ganz besonders den Dank an das kompetente und hoch motivierte Pflegepersonal mit ein.

Besondere Aktualität habe der Besuch durch die vor kurzem erfolgte Veröffentlichung der Bertelsmann-Studie erhalten, in der eine Schließung von 1.000 der 1.600 deutschen Kliniken vorgeschlagen wird. „Gerade unter Berücksichtigung der bundesweiten Diskussion über die Schließung von ‚kleinen‘ Krankenhäusern wird an der Klinik Rothenburg der Beweis erbracht, dass auch die Krankenhäuser im ländlichen Raum hervorragende Arbeit leisten und aus der Versorgungslandschaft nicht wegzudenken sind.“

 

Chefarzt Dr. Mathias Kilian (2. v. r.) führte die Besuchergruppe um den Vorsitzenden des Seniorenbei-rats, Dr. Rainer Hoffmann (Mitte) durch die Klinik Rothenburg. 

 

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