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Dem Krebs davonlaufen

Die Chefärzte Prof. Dr. Thomas Meyer und Dr. Bernd Hornbacher sind ausgewiesene Krebsexperten und leiten die Krebszentren am Klinikum Ansbach: Prof. Meyer das Darmzentrum Westmittelfranken, Dr. Hornbacher das Brustzentrum Westmittelfranken und das Gynäkologische Krebszentrum Ansbach. Beide hielten beim 10. Ansbacher Gesundheitstag im Tagungszentrum Onoldia Vorträge zum Thema "Bewegung und Krebs". In wissenschaftlichen Studien der letzten Jahre zeichnet sich nämlich deutlich ab, dass körperliche Aktivität die Entstehung einer Krebserkrankung verhindern kann. In Verbindung mit einer vernünftigen Ernährung kann damit jeder Mensch bis zu einem gewissen Grad selbst dafür sorgen, dass er gesund bleibt. Denn Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche Ernährung sind die Risikofaktoren ersten Ranges nicht nur für Krebs, sondern für viele weitere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Stoffwechsels (z. B. Diabetes) und des Bewegungsapparats. Rauchen oder übermäßiger Alkoholgenuss tragen natürlich noch mehr dazu bei, die Gesundheit zu schädigen. 

Laut Prof. Meyer kann beispielsweise bei bestimmten Darmkrebsarten durch körperliche Aktivität das Risiko einer Erkrankung um 24 Prozent gesenkt werden. Dr. Hornbacher bestätigte ähnliche Ergebnisse in Bezug auf Brustkrebs und Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumcarcinom). Die Erforschung der genauen Zusammenhänge stecke noch in den Kinderschuhen, die bisherigen Studienergebnisse seien jedoch eindeutig.

Doch nicht nur vorbeugend ist Bewegung sinnvoll. Entgegen der früheren Lehrmeinung, wonach sich Krebskranke möglichst schonen sollen, sind inzwischen positive Auswirkungen von körperlicher Aktivität auch für diese Patienten nachgewiesen. Bewegung im Rahmen des Möglichen kann bereits kurz nach der Erstbehandlung (meist Operation) eingesetzt werden und steigert in der Regel nicht nur das psychische Wohlbefinden, sondern zeigt auch positive Auswirkungen auf körperliche Reaktionen z. B. im Rahmen einer Chemotherapie. Wie die Chefärzte ausdrücklich betonten, geht es dabei nicht um (Leistungs-)Sport, sondern jede Art von Bewegung ist förderlich, sei es Gartenarbeit, Radfahren, Nodic Walking oder einfach zügiges Spazierengehen.

Welche Maßnahmen am Klinikum Ansbach geplant sind, um die Krebspatienten in diesem Sinne zu unterstützen, führte Lars Bomsdorf in seinem Vortrag aus. Als Leiter des Instituts für Physiotherapie am Klinikum ist er maßgeblich an dem Projekt beteiligt, das voraussichtlich Ende 2014 ein umfassendes Konzept zum Thema Bewegung/Sport und Krebs anbieten wird. Ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Physiotherapeuten, Psychoonkologen und onkologischen Fachpflegekräften, aber auch z. B. Friseuren und Kosmetikerinnen soll sich dann um das körperliche und seelische Wohlergehen der Krebskranken kümmern. Bomsdorf hob dabei auch den sozialen Aspekt hervor: Krebspatienten hätten z. B. nach einer Chemo- oder Strahlentherapie Hemmungen, sich ohne Haare in der Öffentlichkeit zu zeigen. Durch die professionell unterstützte Aktivität mit anderen Betroffenen könnten sie wieder mehr Selbstvertrauen und Lebensqualität gewinnen.

Bezugnehmend auf seine Vorredner, die über die vorbeugende Wirkung von regelmäßiger Bewegung gesprochen hatten, schloss Lars Bomsdorf seinen Vortrag mit der Aufforderung ans Publikum, gleich selbst aktiv zu werden: "Fangen wir gleich morgen damit an!"

Das gesamte Behandlungsspektrum der ANregiomed Kliniken wurde den zahlreichen Besuchern am Infostand präsentiert, an dem Sabine Jarosch und Marga Kettler vom Klinikum Ansbach die Messung von Blutzuckerwerten, Blutdruck und Körperfett demonstrierten. Besonderes Interesse fand die Vorführung der Dopplerultraschalluntersuchung der Halsschlagadern, mit der Dr. Markus Hilgarth, Leitender Arzt der Sektion Neurologie an der Klinik Dinkelsbühl, über die Möglichkeiten der Schlaganfallvorbeugung informierte. Mit dem sog. Carotis-Doppler können z. B. Verengungen (Stenosen) der Halsschlagader festgestellt werden, er stellt somit eine wichtige Methode zur Früherkennung eines Schlaganfallrisikos dar.

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