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Effizientes Hygienemanagement

Etwa eine halbe Million Menschen infizieren sich jedes Jahr in deutschen Krankenhäusern mit einer im Krankenhaus erworbenen Infektion, ein Drittel davon gilt als vermeidbar. Ein fachkundiges Hygienemanagement gehört demzufolge maßgeblich zum hochwertigen und zeitgemäßen Standard eines jeden Krankenhauses. In den ANregiomed Kliniken sorgt dieses Hygienemanagement dafür, dass die Infektionsraten im Klinikum Ansbach, in der Klinik Dinkelsbühl und in der Klinik Rothenburg bereits seit Jahren unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Vergangene Woche fanden insgesamt drei Hygienekurse für Mitarbeiter und externe Fachleute am Klinikum Ansbach statt.

Wenn sich Patienten im Krankenhaus mit diesen Erregern infizieren, sprechen Fachleute von nosokomialen Infektionen. Warum gerade in Kliniken Infektionen auftreten, ist schnell erklärt: Hier kommen viele Menschen zusammen, die ganz natürlich Bakterien mit sich tragen, ohne dass diese Schaden anrichten. Gerät jedoch ein solcher Erreger in eine Wunde, kann er gefährlich werden. Viele Keime haben gelernt, den Angriff von Antibiotika zu überleben. Solche Bakterien werden heute als multiresistent bezeichnet. Das bekannteste resistente Bakterium hat den Namen MRSA und ist als Verursacher von eitrigen Wundinfektionen gefürchtet. In den Kliniken von ANregiomed wird, wie vom Gesetzgeber gefordert, das Vorkommen dieser multiresistenten Erreger erfasst. Die Zahlen liegen in allen drei Kliniken unterhalb des Bundesdurchschnittes.

Um diese Zahlen zu halten, sind hygienebeauftragte Ärzte und Pflegekräfte schon seit einigen Jahren im ANregiomed Verbund etabliert. Vergangene Woche wurden am Klinikum Ansbach durch die Akademie ANregiomed zwei Grundkurse angeboten, um nachfolgende hygienebeauftragte Ärzte und Pflegekräfte fundiert auszubilden. Bereits ausgebildete Hygienebeauftragte Ärzte konnten ihr Wissen in einem dritten Kurs auf den aktuellen Stand bringen. Die Kurse wurden von PD Dr. Andreas Schwarzkopf vom Institut Schwarzkopf geleitet und waren für Ärzte, Gesundheits-und Krankenschwestern und Arzthelferinnen aus dem Stationären sowie niedergelassenem Bereich ausgerichtet. Neben Mitarbeitern des ANregiomed Verbundes nahmen auch Teilnehmer externer Einrichtungen teil.

Wichtigste Aufgabe der Krankenhaushygiene ist die Vermeidung von Infektionen. Die meisten Erreger werden durch die Hände übertragen. Eine einfache und effektive Maßnahme zur Reduzierung von Ansteckungen ist deshalb die regelmäßige Händedesinfektion vor und nach jedem Patientenkontakt. Das Bundesgesundheitsministerium hat daher gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. im Jahr 2008 die Aktion „Saubere Hände“ initiiert. Die ANregiomed Kliniken führen regelmäßig Schulungen aller Mitarbeiter bezüglich Händedesinfektion durch. Diese Schulungen führen zu einer Sensibilisierung der pflegerischen und ärztlichen Mitarbeiter im Klinikalltag.

Das Hygienemanagement in den ANregiomed Kliniken beruht auf den Richtlinien für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts (RKI) und hat im Sinne der Sicherheit der Patienten wie auch der Mitarbeiter oberste Priorität. Das Hygieneteam aus den Hygienefachkräften und den Hygienebeauftragten ist für die Aufklärung und Beratung der Beschäftigten aller Fachbereiche zuständig. Sie unterstützen in der täglichen Routine und überwachen die Hygiene und die Infektionsprävention auf den Stationen und in den einzelnen Betriebsbereichen. Bei Bedarf werden externe Spezialisten hinzugezogen. Regelmäßige Untersuchungen des Leitungswassers, Umgebungsuntersuchungen sowie Gerätekontrollen sind weitere wichtige krankenhaushygienische Vorsorgetätigkeiten. Der Verbrauch von Händedesinfektionsmittel, die Anzahl multiresistenter Keime oder die Häufigkeit von postoperativen Wundinfektionen werden kontinuierlich ermittelt. Die Hygieneabteilungen der Kliniken bereiten diese Daten auf und vergleichen sie mit denen anderer Kliniken deutschlandweit. Die Infektionsrate und das Auftreten von multiresistenten Keimen liegen in allen ANregiomed Häusern unter dem bundesweiten Mittelwert. Ein beratendes und unterstützendes Gremium in krankenhaushygienischen Angelegenheiten ist in allen ANregiomed Kliniken die Hygienekommission, der u. a. Mitglieder des Direktoriums, hygienebeauftragte Ärzte und die pflegerische Leitung der Zentralen Operationsabteilung angehören.

Patienten mit Risikofaktoren werden schon bei der Aufnahme auf mitgebrachte Erreger untersucht. Dies geschieht beispielsweise durch Abstriche aus dem Nasenrachenraum, aus Wunden, Stuhl oder Urin. Als Risikopatienten gelten Menschen, bei denen im Vorfeld schon einmal ein multiresistenter Erreger festgestellt wurde, Personen mit schweren Grunderkrankungen, chronischen Wunden und Patienten nach längerer Antibiotikaeinnahme. Ist ein Befall mit bestimmten Bakterien bekannt, werden die Patienten in Einzelzimmern isoliert, um eine Gefährdung anderer Patienten auszuschließen. Die Sicherheit hat in den ANregiomed Kliniken oberste Priorität.

PD Dr. Andreas Schwarzkopf (stehend) hielt den Grundkurs „Hygienebeauftragte(r) Ärztin/Arzt in Krankenhaus und Rehabilitationseinrichtung“.

PD Dr. Andreas Schwarzkopf (stehend) hielt den Grundkurs „Hygienebeauftragte(r) Ärztin/Arzt in Krankenhaus und Rehabilitationseinrichtung“.

 Eva Scheefer (rechts) war neben PD Dr. Andreas Schwarzkopf Dozentin für den Kurs „Hygienebeauftragte(r) Pflege für das Krankenhaus, ärztliche Praxis, Praxisklinik und MVZ“.

Eva Scheefer (rechts) war neben PD Dr. Andreas Schwarzkopf Dozentin für den Kurs „Hygienebeauftragte(r) Pflege für das Krankenhaus, ärztliche Praxis, Praxisklinik und MVZ“.

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