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Händehygiene noch weiter optimiert

Das Bundesministerium für Gesundheit startete vor drei Jahren ein Programm zur Infektionsprävention. Die Intensivstation der ANregiomed Klinik Dinkelsbühl war von Juni 2017 bis Mai 2018 einer von 100 Teilnehmern der Studie „Gemeinsam für Infektionsprävention“, in der es vor allem darum ging, das Bewusstsein für eine gute Händehygiene zu stärken.

Bei der Auftaktveranstaltung in Berlin nahmen Dr. Alfred Böcker, die Hygienefachkraft Martina Nehmeyer und die Stationsleitung der Intensivstation, Claudia Kilian teil. Hier wurde unter anderem eine aktuelle Prävalenzstudie aus Deutschland vorgestellt, die ergeben hatte, dass sich bei ca. 3,3 Prozent der Patienten während ihres Krankenhausaufenthaltes eine Infektion entwickelt. Das sind rund 500.000 Patienten, die pro Jahr in Deutschland an einer nosokomialen Infektion erkranken.

In einer Hochrechnung wird davon ausgegangen, dass eine im Krankenhaus erworbene Infektion bei 80.000 bis 180.000 Fällen im Jahr in Deutschland vermeidbar wäre. „Die wichtigste Einzelmaßnahme zur Vermeidung von Infektionen ist die Händedesinfektion. Daher war das erste Ziel für unser Team die Optimierung der Händehygiene nach den fünf Momenten des Modells der Weltgesundheitsorganisation (WHO)“, erläutert Stationsleitung Claudia Kilian. Das Modell empfiehlt, die Hände vor und nach Patientenkontakt zu desinfizieren, vor einer aseptischen Tätigkeit sowie nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material oder der unmittelbaren Patientenumgebung.

„Ärzte und Pflege sowie Physiotherapeuten der Intensivstation wurden deshalb zur wirkungsvollen Händehygiene neu geschult“, sagt Hygienefachkraft Martina Nehmeyer. Der Händedesinfektionsmittelverbrauch wurde pro Quartal gemessen, die Hygienefachkräfte führten Beobachtungen auf Station durch und werteten die erhobenen Daten aus, die den Mitarbeitern in einem monatlichen Teamgespräch präsentiert wurden. Über ein Jahr wurden hygienekritische Bereiche mit Unterstützung der hygienebeauftragten Ärzte Dr. Alfred Böcker und Dr. Thomas Seiferlein identifiziert und Vorschläge zu Verbesserungen auf der Intensivstation aufgenommen und umgesetzt.

„Innerhalb des letzten Jahres konnte so die Durchführung der fünf Momente der Händedesinfektion gemäß WHO noch verbessert werden, was sich durch eine Erhöhung des Verbrauchs des Händedesinfektionsmittels zeigt“, so Martina Nehmeyer. Dafür seien Händedesinfektionsmittelspender so angebracht worden, dass eine schnelle Erreichbarkeit des Spenders für die anwendenden Mitarbeiter möglich sei. „Weitere Abläufe wurden optimiert und Hinweisschilder als Erinnerungen für hygienisches Arbeiten angefertigt. Gleichzeit wurden vermehrt Hygiene-Schulungen angeboten in denen die Abläufe kritisch, aber auch lobend betrachtet wurden“, ergänzt Claudia Kilian.

Die letzte Auswertung im Mai 2018 und die Abschlussveranstaltung im September 2018 in Berlin zeigten dem ganzen Team der Intensivstation Dinkelsbühl, dass die gemeinsam aufgestellten Ziele erreicht wurden. „Die Händedesinfektion konnte optimiert und damit die Verbreitung von Krankheitserregern messbar eingedämmt werden. Durch die Etablierung einer konstruktiven Fehlerkultur auf der Intensivstation können wir Patienten und Mitarbeitern nachhaltiger schützen“, hebt Claudia Kilian hervor. „Der nächste Schritt ist nun die Etablierung dieser Maßnahmen auf allen weiteren Stationen in der Klinik Dinkelsbühl“, sagt Martina Nehmeyer.

Für die Teilnahme an der „Gemeinsam für Infektionsprävention“ hat das Team der Intensivstation der Klinik Dinkelsbühl um Stationsleitung Claudia Kilian (5.v.r.) und Hygienefachkraft Martina Nehmeyer (3.v.r.) eine Urkunde erhalten.

 

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