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Mit Christoph 65 im Einsatz

Es ist 6:20 Uhr morgens. Über die kleine Zufahrts­straße fährt man zur Luftrettungsstation Dinkelsbühl-Sinbronn. Vor uns liegt der Hesselberg in der beginnenden Morgendämmerung. Ein schöner Anblick. Bei der Einfahrt zur Station liegt der Hangar, in dem der Helikopter nachts geparkt ist, noch im Dunkeln. Nur eine kleine Notbeleuchtung lässt die Maschine erahnen. Wenige Minuten später begrüßt sich die Crew bei einer schnellen Tasse Kaffee. Die HEMS-Crew (Helicopter Emergency Medical Service) besteht aus dem Piloten und dem Rettungsassistenten. Dazu gehört auch der Notarzt. Das Team ist komplett. Es ist 6:30, Dienstbeginn.
Das Klacken der Deckenbeleuchtung im Hangar ist zu hören. Die Halle ist taghell beleuchtet. Die tägliche Routine beginnt. Um 7 Uhr muss die Maschine startklar sein. Jeder weiß, was zu tun ist.

Es werden nach Checklisten verschiedene Tests und Funktionsprüfungen durchgeführt. Die gesamte medizinische und technische Ausrüstung wird auf Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit überprüft: Beatmungsgerät, Monitor und Defibrillator, Medikamentenpumpen, Sauger, eben alles. Und vor allem: der Helikopter selbst.

Der Pilot holt die aktuellen Wettermeldungen vom Wetteramt und Informationen des Luftfahrtbundes­amtes ein. Somit weiß die Crew, was zu beachten ist.
Kurz vor 7 Uhr: alle geben grünes Licht, Christoph 65 ist einsatzklar und wird auf der Plattform nach außen gefahren. Der Pilot meldet Christoph 65 bei der integrierten Leitstelle Ansbach (ILS) einsatzbereit. Der Tag kann beginnen.


Kurz nach 8 Uhr die erste Alarmierung. Alles läuft automatisch und aufeinander abgestimmt ab. Pilot und Rettungsassistent (HEMS-Crew) laufen zur Maschine. Kurz darauf beginnen sich die Rotorblätter zu drehen. Der Notarzt nimmt die Einsatzmeldung der Leitstelle aus dem Faxgerät und eilt dann sofort zum Helikopter. Als letzter steigt der Rettungsassistent zu, nachdem er die Außenchecks durchgeführt hat. Die Helme sind aufgesetzt, die Sicherheitsgurte angelegt. Jetzt noch der Check der Bordinstrumente und der Kabine: Alles korrekt und klar. Nach ca. 90 Sekunden hebt die Maschine ab.
Sofort beginnt die Navigation zum Einsatzort. Wie lange dauert der Flug, wann sind wir an der Einsatzstelle? Während des Anfluges werden wichtige Informationen ausgetauscht und mögliche Einsatztaktiken festgelegt. Was wird uns erwarten?


Im ersten Monat hat Christoph 65 schon 120 Einsätze absolviert – prognostiziert hatte man für den Luftrettungsstandort Dinkelsbühl-Sinbronn ca. 900 Einsätze pro Jahr. Der Einsatzradius beträgt theoretisch 50 bis 60 Kilometer, jedoch zeigt sich, dass auch entferntere Einsatzstellen angeflogen werden. Alle benachbartenRettungsleitstellen haben Christoph 65 schon angefordert, und so wurden schwerverletzteoder schwer erkrankte Patienten bereits auch nach Augsburg, München, Ulm, Stuttgart, Nürnberg und Würzburg geflogen.
18:45 Uhr, 15 Minuten vor Sonnenuntergang. Erneut Alarm. Die abgestimmten Abläufe, routiniert. 10 Minuten später am Einsatzort. Ein schwerverletzter Patient muss in eine Narkose versetzt und beatmet werden. Abfrage der Zielkliniken über die Rettungsleitstelle: Klinikum Ansbach kann den Patienten im Schockraum aufnehmen. Nach der Erstversorgung und kurzem Flug wird der Patient dem Schockraumteam übergeben. Zurück auf dem Landeplatz, es ist bereits dunkel. Der Heimflug zur Luftrettungssta­tion beginnt. Nach allen Checks hebt die Maschine ab. Ansbach bei Nacht in einer Flughöhe von 300 Metern. Ein schöner Anblick.

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