Zum Menü.

Neues Katheter-Verfahren zur Schlaganfallvorbeugung bei Vorhofflimmern

Nach der Etablierung der Elektrophysiologie und eines zweiten Herzkatherlabors in der ANregiomed Klinik Rothenburg hat sich im kardiologischen Bereich in den vergangenen Monaten bereits einiges getan. Seit kurzem gibt es noch eine weitere Neuerung: das Kardiologenteam hat die ersten sogenannten Vorhofohrverschlüsse durchgeführt.

Bei einem Vorhofohrverschluss wird die Öffnung zum Vorhofohr mit Hilfe eines kleinen Schirmchens verschlossen. Foto: © St. Jude Medical, 2015

Bei einem Vorhofohrverschluss wird die Öffnung zum Vorhofohr mit Hilfe eines kleinen Schirmchens verschlossen. Foto: © St. Jude Medical, 2015.

 „Das linke Vorhofohr ist eine mit dem linken Vorhof des Herzens verbundene Muskeltasche, die ein normaler Bestandteil des Herzens ist und in der Regel keine Probleme verursacht“, erklärt Chefarzt PD Dr. Christian Wacker. Bei Patienten mit Vorhofflimmern kann diese Muskeltasche allerdings eine große Rolle bei der Bildung von Blutgerinnseln spielen. Vorhofflimmern zieht häufig die Bildung von Blutgerinnseln mit sich, die – wenn sie sich lösen – meist ins Gehirn abgeschwemmt werden und somit zu Schlaganfällen führen können. Mehr als 90 Prozent aller Blutgerinnsel bei Patienten mit nichtrheumatischem und nicht durch die Herzklappen bedingtem Vorhofflimmern befinden sich im linken Vorhofohr.

Um die Bildung von Blutgerinnseln und somit das Risiko eines Schlaganfalls zu senken, gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Die erste Option sind Medikamente, also Blutverdünner. „Es gibt aber zunehmend Patienten, die unter diesen Medikamenten Blutungskomplikationen erleiden“, weiß Dr. Wacker. Im Rahmen einer Operation könnte man sich das Vorhofohr auch entfernen lassen. „Diese Operation fände allerdings am offenen Herzen statt und ist daher ein sehr großer Eingriff, der immer mit Risiken behaftet ist“, so Dr. Wacker. Eine weitere Option ist der Verschluss des Vorhofohrs.

Dieses interventionelle Verfahren ist eine minimalinvasive Behandlungsoption, bei der ein Katheter durch eine Punktion in der Leistengegend eingeführt wird. Der Katheter wird durch die Blutgefäße bis zur Behandlungsstelle am Herzen, also bis zum Vorhofohr vorgeschoben. Im Anschluss führt der Arzt die Verschlussvorrichtung, ein rund zwei Zentimeter großes Schirmchen, durch den Katheter ein und verschließt damit die Öffnung zum linken Vorhofohr. „Aber auch eine minimalinvasive Behandlung ist ein Eingriff mit Risiken, der vermieden werden sollte, wenn der Patient blutverdünnende Medikamente verträgt“, sagt PD Dr. Wacker.

Wenn ein solcher Verschluss in der Klinik Rothenburg durchgeführt wird, sind drei Kardiologen am Untersuchungstisch im Herzkatheterlabor. „Die Katheterprozedur wird mittels Röntgendurchleuchtung und einer zeitgleich über die Speiseröhre eingeführten Herzultraschallsonde überwacht und gesteuert. Es ist also ein sehr aufwendiger Eingriff, der nur mit genügend kompetenten Ärzten durchgeführt werden kann“, so PD Dr. Wacker.  „Während des Eingriffes steht ein weiterer Kardiologe und ein zweites Herzkatheterlabor für notfallmäßig eintreffende Herzinfarktpatienten zur Verfügung.

Mit vier Kardiologen und zwei Herzkatheterlaboren ist die Klinik Rothenburg bestens für solch aufwendige Eingriffe aufgestellt. Die ersten Vorhofohrverschlüsse wurden Mitte Juni erfolgreich durchgeführt.

Write a comment

  • Required fields are marked with *.

Die Richtlinien für die Nutzung der Kommentarfunktion

Für die Nutzung der Kommentarfunktion müssen im Interesse der Redaktion und Nutzer folgende allgemeine Grundregeln beachtet werden:

Die Blog-Kommentarfunktion soll eine sachliche Diskussion über aktuelle Themen ermöglichen. Um dies zu gewährleisten behält sich die Redaktion vor, Kommentare nicht zu veröffentlichen, die einer sachlichen Diskussion nicht förderlich sind. Um unserer moralisch-ethischen Verpflichtung nachzukommen, werden wir die Kommentare nach Prüfung freischalten. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.

Umgangston und Netiquette
Behandeln Sie andere Nutzer so, wie Sie selbst behandelt werden möchten. Denken Sie immer daran, dass Sie es mit Menschen und nicht mit virtuellen Persönlichkeiten zu tun haben.

Beleidigungen, sexuelle Anspielungen und sexistische oder rassistische Äußerungen sind untersagt.

Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung. Versuchen Sie deshalb nie, Ihre Meinung anderen aufzuzwingen.
Untersagt sind insbesondere:

  • Der Missbrauch der Kommentarfunktion als Werbefläche für Webseiten oder Dienste (Spamming)
  • Das kommerzielle oder private Anbieten von Waren oder Dienstleistungen.
  • Rassismus und Hasspropaganda
  • Pornografie und Obszönitäten
  • Aufforderungen zu Gewalt gegen Personen, Institutionen oder Unternehmen
  • Beleidigungen und Entwürdigungen von Personen in jeglicher Form
  • Verletzungen von Rechten Dritter (Personen, Institutionen, Organisationen, Unternehmen)
  • Aufruf zu Demonstrationen und Kundgebungen jeglicher politischer Richtung
  • Links zu externen Webseiten
  • Fremdsprachliche Beiträge
  • Zitate ohne die Angabe einer Quelle bzw. des Urhebers.
  • Beiträge, die von den thematischen Vorgaben im Blog abweichen
  • Mehrteilige Beiträge
  • Unkommentiertes Einstellen von Zitaten und Textausschnitten jeder Art

Diese genannten Regeln gelten auch für die Verwendung von Benutzernamen.

Verstöße gegen diese Richtlinien werden von uns nicht geduldet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Themen und Beiträge zu löschen, zu bearbeiten, zu verschieben oder zu schließen.

Jeder Nutzer ist für die von ihm publizierten Beiträge selbst verantwortlich.

Inhaltliche Änderungen und Ergänzungen dieser Richtlinien behalten wir uns vor.

Ausschlussklausel für Haftung
Die Kommentare zu unseren Beiträgen spiegeln allein die Meinung einzelner Leser wider. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt das Verbundsklinikum Landkreis Ansbach keinerlei Gewähr.